„Gallus 2008“: Deutschlands beste Legehennenhalter ausgezeichnet
Die Zukunft beginnt schon heute: Ideen, Engagement und Visionen der deutschen Eierwirtschaft
Hannover 10. Okt. 2008. Anlässlich des heutigen „Welteitag“ wurden in Hannover Deutschlands beste Legehennenhalter mit dem „Gallus 2008“ ausgezeichnet. Benannt nach dem gleichnamigen Schutzpatron des Haushuhns, verlieh der IKL Informationskreis Legehennenhaltung erstmals den „Gallus 2008“ für herausragende Leistungen in allen in Deutschland zugelassenen Legehennenhaltungssystemen.
Fortschritt statt Stillstand: Die Gewinner des „Gallus 2008“ kommen aus Niedersachsen, Hessen und Brandenburg
Mit der Idee der Doppelnutzung von landwirtschaftlichen Flächen und damit die Schonung der natürlichen Ressourcen konnte der hessische Betrieb „Mustergeflügelhof Leonard Häde“ überzeugen und bekam den „Gallus 2008“ in der Kategorie „Ökologische Haltung“ überreicht. Ein Stalldach des Betriebes ist mit einer Photovoltaik-Anlage ausgerüstet. Insgesamt 1.200 qm Fläche umfasst die Anlage auf dem Dach zur Stromerzeugung. Zusätzlich ist auch der Freilauf der Hennen mit 50 Schutzhütten ausgestattet, die mit Sonnenkollektoren in Form von Sonnensegeln bestückt sind und der Sonne nachgeführt werden. Diese Hütten bieten den Tieren Schutz vor Witterungseinflüssen und natürlichen Feinden, so dass die Hennen gerne die gesamte Fläche nutzen. Durch die garantierte Einspeisevergütung der gewonnenen Energie und den Aufbau der Anlage ohne weitere landwirtschaftliche Fläche zur Verfügung stellen zu müssen, ist diese Idee auch für andere Landwirte überlegenswert.
Der „Gallus 2008“ in der Kategorie „Freilandhaltung“ geht an Renke Onken, denn dieser setzte für die Freilandhaltung neue Standards. Im Jahre 1997 entschied sich der Inhaber von Onken`s Hof, für den Umbau von der herkömmlichen Käfighaltung zur Freilandhaltung. Begleitet wurden diese Entscheidung und der Umbau durch die Hochschule Göttingen und Herrn Prof. van der Weghe im Rahmen eines Forschungsprojektes mit dem Titel „Entwicklung des Stallungssystems Freilandhaltung“. Die Innovation: Der Kaltscharrraum. Hier wurde vor allem das Verhalten der Hennen im neu entwickelten Kaltscharraum beobachtet und anhand wissenschaftlicher Kriterien ausgewertet. Inzwischen gehört der Kaltscharrraum zu jeder Freilandhaltung.
Manche große Veränderung bedarf keiner großen finanziellen Mittel, sondern einer guten Idee und viel Eigeninitiative. Mit dem eigenhändigen Umbau der herkömmlichen Käfighaltung in eine unkonventionelle und von den Behörden geprüfte und zugelassene Bodenhaltung hat dies die Familie Boron eindrucksvoll bestätigt. Für diese Idee, die Umsetzung und besonders dafür, dass Uwe Boron und seine Tochter Ria Florescu-Boron sich der Herausforderung der Umrüstung gestellt haben, hat die Jury an den Betrieb in Brandenburg den „Gallus 2008“ in der Kategorie „Bodenhaltung“ vergeben.
In der Kategorie „Kleingruppenhaltung“ haben gleich zwei Betriebe den „Gallus 2008“ verliehen bekommen. Dies ist zum einem der Geflügelhof Onken mit den Herren Schweers, Nölle, Neihus, Duits und Wulff, die als Gesellschafter den Hof führen. Dabei überzeugte die Jury vor allem die Pionierleistung, die der Geflügelhof Onken geleistet hat. Bereits 2007 begann die Erzeugergemeinschaft damit, die vorhandene herkömmliche Käfighaltung in die neue Kleingruppenhaltung umzubauen. Dabei wurde der Geflügelhof Onken auch von wissenschaftlicher Seite beraten. Die TiHo (Tierärztliche Hochschule Hannover) begleitete die Umbauarbeiten und konnte nach deren Abschluss Messungen und Untersuchungen zur Tierentwicklung und zum Verhalten der Legehennen durchführen und so entscheidend zur Einführung der neuen tiergerechten Kleingruppenhaltung beitragen.
Stephanie Meiners-Funke überzeugte die Jury durch Engagement und Innovationskraft. Sie hat für viele eine Vorbildfunktion eingenommen durch frühzeitiges Umrüsten der herkömmlichen Käfighaltung auf die neue Kleingruppenhaltung.
Damit war sie eine der ersten, die trotz der damals noch vorherrschenden Unsicherheit in der Branche auf die neue tiergerechte Kleingruppenhaltung gesetzt hat. So konnten andere Landwirte von der Pionierarbeit der Familie Meiners profitieren. Auch Besucher aus den Niederlanden kommen hierher, um sich über die neue Kleingruppenhaltung zu informieren. Eine Aufklärungsarbeit, die Familie Meiners gerne wahrnimmt, da dies der tiergerechten Legehennenhaltung in gesamt Europa zu Gute kommt.

Alle mit dem „Gallus 2008“ ausgezeichneten Gewinner haben eines gemeinsam: Mit ihren Ideen hat die Zukunft der Legehennenhaltung und der modernen Eierproduktion in Deutschland schon heute begonnen. Der begehrte „Gallus 2008“ in der Kategorie „Nachwuchs“ ging an Barbara Grabkowsky, die bereits seit Jahren wissenschaftlich auf dem Gebiet der Geflügelforschung tätig ist und trotz ihres jungen Alters von 28 Jahren schon an mehreren auch internationalen Studien beteiligt war. Und für sein „Lebenswerk“ ausgezeichnet wurde Reinhold Willenborg, der seit über 40 Jahren als Fachberater in der Branche tätig ist und dessen Erfahrung und Wissen weltweit Anerkennung findet.
Weltweit führend: Deutsche Legehennenhalter setzen Maßstäbe
Derzeit gibt es ca. 3.000 Legehennenhalter, die sich täglich um die Legehennen kümmern und alles dafür tun, dass das Ei über die beste Produktqualität verfügt und den Verbrauchern schmeckt. Schon jetzt setzt die deutsche Eierwirtschaft Maßstäbe. So gehen z.B. die Anforderungen an die deutsche Kleingruppenhaltung und Bodenhaltung über die europaweit geltenden Anforderungen hinaus. Auch für die Zukunft hat sich die Branche vorgenommen, die Legehennenhaltung in Deutschland als dynamischen Prozess zu verstehen, für den Ideen und Engagement jedes Einzelnen die Basis sind. Und so wird es sicherlich auch im kommenden Jahr Betriebe geben, die mit dem „Gallus“ ausgezeichnet werden.
Nähere Informationen zu den diesjährigen Gewinnern des „Gallus 2008“ erhalten Sie auf der Informationsplattform unter www.ikl.info.




